2021-02-18

Links vom 18.02.2021

  1. In der zu Wipperfürth gehörenden Ortschaft Heid in Nordrhein- Westfalen, nordöstlich von Köln gelegen, ist ein neuer Workation-Ort in Planung. Wie die Kölner Rundschau berichtet, soll der Milchviehbetrieb auf dem Gut Kremershof zurückgefahren werden. Die Eigentümer:innen wollen ihren Hof stattdessen durch kreative Ideen nachhaltiger und zukunftsfähiger gestalten. Daraufhin haben sich Mona Beckmanns und Lucas Danisch bei den Landwirten mit dem »Hofworking«-Konzept vorgestellt und überzeugen können.

    Neben dem Coworking Space sind auch ein multifunktionales Gewächshaus, in dem auch Veranstaltungen und Workshops stattfinden können, sowie ein Parkplatz für Campingfahrzeuge geplant. Gearbeitet werden soll in vollausgestattetet Raumcontainern, die überall auf dem Hof und dem Umland platziert werden können. Ob es auch zur Umsetzung kommt, hängt von der Finanzierung ab. Man hat sich bereits für eine Förderung das »LEADER Bergisches Wasserland« beworben.

  2. Nur 45 Autominuten westlich von Wipperfürth tut sich ebenfalls etwas: Der Coworking Space »Office & Friends« in Olpe in Nordrhein-Westfalen wird sich noch in diesem Frühjahr erweitern, berichtet die Westfalenpost. Eine Fläche im Nachbargebäude konnte dazu gemietet werden und wird nun bis Mai umgebaut. Dadurch sollen 15 weitere Arbeitsplätze, vornehmlich Einzelbüros, und neue Besprechungsräume entstehen. Der Grund dafür ist die gestiegene Nachfrage von Menschen, die nicht mehr im Homeoffice arbeiten wollen und von Firmen, die ihre Angestellten dezentral verteilen möchten, erklärt Community Managerin Marie Christin Junker im Artikel.

  3. Auch das »Coconat« in Klein Glien in Brandenburg muss die wachsende Nachfrage bedienen und wird neben ihrem Workation-Retreat nun auch ein Coworking Space für die Menschen aus der Region schaffen. Herzstück der neuen Coworking-Fläche wird ein historischer S-Bahn-Wagen, schreibt die Märkische Allgemeine. Der Aufbau des neuen Coworking-Angebots auf über 120 m² wird gefördert aus dem Europäischen Sozialfond und vom Land Brandenburg. Genau wie ein weiterer Coworking-Raum Büro im Gebäude des Bahnhofs der Nachbargemeinde Wiesenburg. Auf 20 m² werden hier drei Arbeitsplätze für Menschen aus der Region geschaffen, die nicht mehr jeden Tag nach Berlin oder Dessau pendeln möchten.

  4. In Waffensen, einem Ortsteil der Stadt Rotenburg in Niedersachsen, soll ein Coworking Space auf dem Grundstück des Mehrgenerationenhauses entstehen. Die Idee dazu sei bereits vor Beginn der Corona-Pandemie ein Thema im Dorf gewesen, sagt Ortsbürgermeister Hartmut Leefers. Doch ›die Pandemie wirkt nun aber wie ein Beschleuniger‹, erklärt er im Gespräch mit der Kreiszeitung. Der Bürgermeister bemüht sich nun um Fördermittel für das Vorhaben. Um aber die bereits angemeldeten Nachfrage nach so einem Angebot kurzfristig zu bedienen, soll der Computerraum im Obergeschoss des Mehrgenerationenhauses kurzfristig umgenutzt werden. Ab wann genau, steht noch nicht fest, aber ›am liebsten sofort‹, sagt der Bürgermeister dazu.

  5. Überall in Deutschland, dafür sind die Vorhaben in Heid, Klein Glien und Waffensen nur drei heutige Beispiele, entstehen Orte wie Coworking Spaces und Workation-Retreats im ländlichen Raum. Die neuen Orte schaffen aber nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch neue Herausforderungen. ›Das Gelingen solcher Projekte hängt von der Haltung ab — sowohl der Menschen im Dorf als auch der Neuankömmlinge‹, sagt Philipp Hentschel im Gespräch mit dem Greenpeace Magazin. ›Damit das Klischee der grünen Städter und der konservativen Dörfer aufgebrochen wird, müssen sich die Menschen aufeinander einlassen, ihre Filterblasen verlassen‹. Ein toller Beitrag über die viel diskutierte Stadtflucht mit dem Laptop aufs Land, der einen tollen Einstieg in die Thematik darstellt.

Zuerst erschienen in »Kremkaus Links«.


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