2021-03-22

Links vom 22.03.2021

  1. In Bad Neustadt an der Saale in Bayern hat das IT-Unternehmen »Confirado« einen Coworking Space gestartet. Der erste in der unterfränkischen Kleinstadt. Da die eigenen Angestellten seit Monaten vermehrt vom Homeoffice aus arbeiten, ist viel Fläche in der alten Villa, in der das Unternehmen seinen Sitz hat, ungenutzt. Geschäftsinhaber Andreas Renk hat deshalb auf zwei Stockwerken im Haus zusätzliche Arbeitsplätze für ein Coworking-Angebot eingerichtet, schreibt die Main Post. Diese Plätze können stundenweise oder auch über längere Zeiträume angemietet werden. Aufgrund des Hygienekonzepts können noch nicht alle Arbeitsplätze vergeben werden, aber das Angebot soll auch nach dem Ende der Corona-Pandemie erhalten bleiben.

  2. In einem Online-Beitrag auf Deutschlandfunk Kultur setzt sich der Philosoph Jörg Friedrich mit der besonderen Atmosphäre in einer Bibliothek auseinander und vergleicht diese mit der in einem Coworking Space. Der Unterschied für ihn, in den grob betrachtet ähnlich eingerichteten Räumen, ist die Magie, die durch die Anwesenheit der Bücher entsteht. Jetzt waren Bibliotheken meiner Meinung nach schon immer die besseren Coworking Spaces, in vielen Fällen aber nicht die optimaleren Orte der Arbeit. Dies hat sich aber in den vergangenen Jahren geändert, denn es gibt immer mehr offene WLAN-Netze und auch Arbeitsräume mit Zugang zu Steckdosen — ›Power is the new Wi-Fi‹. Die Bibliotheksneubauten sind auch von der Architektur ansprechender geworden. Pauschal würde ich die Bewertung von Friedrichs nicht teilen, aber gerade die sich Coworking nennenden Bürocenter in Städten wie Berlin können von der Atmosphäre mit einer Bibliothek nicht mithalten. Dies gilt aber nicht für jeden Coworking Space.

  3. Die Märkische Allgemeine berichtet über das »Gästehaus Mühle« in Himmelpfort in Brandenburg, denn hier wurde angeblich Sloworking erfunden. Die Idee dazu hatten die Mitglieder des Vereins »Craftwerk e.V., nach dem sie in einem Kartenspiel die Begriffe ›Slow‹ (Englisch für ›langsam‹) und ›Working‹ (Englisch für ›arbeiten‹) gezogen hatten. Sie verabschiedeten sich laut dem Artikel daraufhin vom Coworking und schufen in dem alten Mühlengebäude einen Sloworking-Raum, neben einem Seminarraum, Lesezimmer und Entspannungsraum. Zwei Ferienwohnungen gibt es auch. Trotz zwei Jahren intensiver Beschäftigung mit dem Konzept, das Leben und Arbeiten auf dem Land miteinander verbindet, haben die Betreiber:innen angeblich keine ähnlichen Projekte gefunden, was sie von ihrer vermeintlich einmaligen Idee noch mehr überzeugte. Dies ist natürlich Kokolores und nicht mehr als Marketing. Das Konzept nennt sich Retreat und ist inzwischen alles andere als selten, gerade in Brandenburg. Aufmerksame Leser:innen dieses Blogs werden auf Anhieb mit dem »Coconat Retreat« in Klein Glien und dem »Project Bay« in Lietzow auf Rügen zwei solcher Orte nennen können, die ich bereits öfters erwähnt habe (Quelle: Märkische Allgemeine vom 22.03.2021, S. 13 | 2,14 Euro).


    Zuerst erschienen in »Kremkaus Links«.


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