2021-03-01

Es müssen nicht immer nur Coworking Spaces sein

Sowohl am Wochenende als auch heute Morgen, gab es keinen nennenswerten Bericht zum Thema Coworking, den ich hier teilen und bewerten könnte. Einzig ein abgedruckter Leserbrief in der Kreiszeitung aus Syke in Niedersachsen weckte mein Interesse.

Darin schreibt Roman Wohlgemuth in der Syker Kreiszeitung unter anderem folgenden Absatz:

Grundursache ist dabei, dass sowohl Politik, Verwaltung und leider auch die Kaufmannschaft in diesem Zusammenhang gar nicht wissen, wohin sich die Hauptstraße als Einkaufsstraße entwickeln soll. Die gut gemeinten Lösungsansätze, wie Coworking-Spaces, Creative-Labs, Pop-up-Shops oder kommunal subventionierte Mieten sind hier ganz sicher keine Lösung, sondern vielmehr weiterer Ausdruck gelebter Hilflosigkeit.

Ob diese Lösungsansätze für eine Stadt wie Syke, rund 20 km südlich von Bremen gelegen, wirklich nur gutgemeint und nicht vielleicht auch passend sind, kann ich nicht auf Anhieb beurteilen. Bei der geographischen Lage wäre es nicht überraschend, wenn einige Menschen aus Syke täglich nach Bremen und zurück pendeln. Ein Coworking Space könnte unter Umständen doch ein wichtiges Angebot an die Menschen darstellen.

Ich teile aber den Eindruck, dass derartige Konzepte, wie Coworking Spaces, momentan inflationär hinausposaunt werden. Mir ist das schon im Vorfeld der bayerischen Kommunalwahl im März 2020 aufgefallen. Kandidat:innen aller Parteien wollten eins in ihrem Dorf haben. Momentan wiederholt sich das in Rheinland-Pfalz, wo aber zumindest mit dem Projekt »Dorf-Büros« bereits solide Pionierarbeit für das Thema geleistet wurde.

Fest steht, dass nicht überall ein Coworking Space auch die richtige Lösung ist. Andere Orte werden andere Lösungen brauchen. Welche das sind, sollte durch ergebnisoffene Untersuchungen herausgefunden werden. Erfahrene Betreiber:innen von Coworking Spaces als externe Berater:innen dafür zu engagieren macht Sinn. Gerade sie würden niemals dort ein Coworking Space eröffnen wollen, wo es niemals funktionieren wird.

Nichtsdestotrotz sind auch die im Leserberief angesprochenen ›subventionierten Mieten‹ notwendig, denn gerade außerhalb der Metropolen ist das Konzept Coworking zu unbekannt als dass ein Coworking Space auf Anhieb funktionieren kann. Hier ist die Politik gefragt, sinnvoll zu fördern, was Potential hat und sich sowohl wirtschaftlich für Betreiber:innen als auch von den Sekundäreffekten her für eine Gemeinde rechnet.

Quelle: Kreiszeitung — Syke vom 01.03.2021, S. 10, aufgerufen via VÖBB.


Zuerst erschienen in »Kremkaus Links«.



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