2021-03-30

400 irische Pubs sollen zu Coworking Spaces werden

Mitte Januar berichtete ich bereits hier im Blog über die »Making Remote Work«-Strategie der irischen Regierung, die auch ein ›Recht auf mobile Arbeit‹ vorsah. Gestern Nachmittag stellte Heather Humphreys, die Ministerin für ländliche und kommunale Entwicklung, die ›Rural Development Policy‹ für die nächsten fünf Jahre vor, berichtet der irische Sender RTÉ.

Der Plan der Regierung hat die Wiederbelebung des ländlichen Irlands zum Ziel. Dafür sollen unter anderem, in einem Pilotprogramm, verfallene Gebäude und Pubs zu Remote-Work-Hubs für ortsunabhängige Arbeit umgewandelt werden. Insgesamt soll auf diese Art ein Netzwerk von über 400 solcher Coworking Spaces in ganz Irland geschaffen werden.

Bis zu 20 Prozent der Beschäftigten des öffentlichen Sektors sollen dann auch von dort arbeiten können. Außerdem wird geprüft, ob die Pubs auch als Gemeinschaftsräume und für lokale Dienstleistungen genutzt werden können. Noch in diesem Jahr soll ein ›Recht auf mobiles Arbeiten‹ kommen. Eine neue Telearbeit-Steuerregelung ist für 2022 vorgesehen.

Der Fünfjahresplan sieht Investitionen in ländliche Städte und Dörfer in Höhe von einer Milliarde Euro vor. Städte mit mehr als 10.000 Einwohnern sollen befähigt werden, eine wichtige Rolle als Knotenpunkte in ländlichen Gebieten zu spielen. Lokale Behörden werden finanziell unterstützt, um leerstehende Immobilien als Remote-Arbeitsplätze wiederzubeleben.

Noch ist das alles nur auf Papier zu finden. Das Vorhaben ist aber vorbildhaft. Zum Vergleich: Irland ist so groß wie Bayern und hat rund ein Drittel so viele Einwohner:innen. Man muss sich einmal vorstellen, dass in Bayern rund 400 Wirtshäuser und Landgasthöfe auf dem Land in Coworking Spaces umgewandelt werden würden. Das wäre mächtig gewaltig.

Zuerst erschienen in »Kremkaus Links«.


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